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BIOS



Flash-ROM mit Award-BIOS
AMIBIOSAls Basic Input Output System (BIOS) bezeichnet man die Firmware bei x86-PCs (für andere Systeme siehe unten im Kapitel Vergleichbare Konzepte). Das BIOS ist ein Programm, das in einem nichtflüchtigen Speicher auf der Hauptplatine des PCs abgelegt ist und unmittelbar nach dessen Einschalten zur Ausführung gelangt. Es ist unter anderem die Aufgabe des BIOS, den PC zunächst „zum Leben zu erwecken“ und im Anschluss das Starten eines Betriebssystems einzuleiten. Dass das griechische Wort Bios (geschrieben: βιός) zugleich Leben bedeutet, ist vor diesem Hintergrund vermutlich ein „beabsichtigter Zufall“.

Im flüchtigen Sprachgebrauch wird der Begriff BIOS heute manchmal auch synonym für BIOS-Einstellungen verwendet. Hierauf geht der Absatz über BIOS-Einstellungen genauer ein.

Inhaltsverzeichnis
1 Aufgabe des BIOS
2 BIOS beim IBM-kompatiblen PC
2.1 Funktionen
2.2 BIOS-Einstellungen
2.2.1 Sicherheit
2.3 Aktualisieren des BIOS
2.4 BIOS-Hersteller
3 Vergleichbare Konzepte
3.1 BIOS bei CP/M-Computern
3.2 Kickstart beim Commodore Amiga
3.3 XBIOS/TOS beim Atari ST
3.4 Open Firmware
3.5 Extensible Firmware Interface
4 Freie BIOS-Alternativen 

 


 Aufgabe des BIOS 
Ein BIOS löst zwei Probleme, die beim Kaltstart eines PCs auftreten:

Zum Einen ein klassisches Henne-Ei-Problem oder das Problem des Freiherrn von Münchhausen, der sich „am eigenen Schopf aus einem Sumpf“ herausziehen sollte: Software ist in der Regel auf einem Datenträger gespeichert, der zunächst in den Hauptspeicher des Rechners eingelesen werden muss. Zum Einlesen des Datenträgers benötigt die CPU aber wiederum Software. Frühere Computer und Rechenanlagen lösten dieses Problem dadurch, dass sie die CPU nach dem Einschalten des Rechners grundsätzlich zunächst in den Pausemodus versetzten. Bevor der Rechner gestartet werden konnte, musste zunächst manuell oder mithilfe spezieller Peripherie eine minimale Software (Bootloader, Urlader oder Ladeprogramm genannt) in den Hauptspeicher eingetragen werden. Häufig war die Neueingabe des Urladers beim Starten des Rechners aber gar nicht nötig, da der in den 1960er und frühen 1970er Jahren weit verbreitete Kernspeicher – ganz im Gegensatz zum heute gebräuchlichen Halbleiterspeicher – seinen Inhalt beim Ausschalten nicht verlor und die Programme im Hauptspeicher deshalb zumeist nur neu gestartet werden mussten oder sogar fortgesetzt werden konnten. Das Ladeprogramm ist bei heutigen PCs Teil des BIOS, das in einem speziellen Speicherbaustein, dem Flash-Speicher abgelegt ist, dessen Speicherinhalt auch ohne Stromzufuhr erhalten bleibt. Damit entfällt heute die manuelle Eingabe eines Ladeprogramms.
Zum Anderen erfordert unterschiedliche Hardware, die in unterschiedlichen Rechnern verbaut ist, jeweils eine spezielle Ansteuerungssoftware („Treibersoftware“). Ein Betriebssystem musste also früher auf jede Variante jedes Rechnertyps speziell zugeschnitten werden, um darauf lauffähig zu sein. Durch die Auslagerung dieser speziellen Ansteuersoftware in den jeweiligen Rechner wurde es möglich, die gleiche Betriebssystemsoftware auf verschiedenen Rechnern laufen zu lassen. Damit wirkt das BIOS nach neuerer Sprechweise u. a. als Hardware Abstraction Layer (HAL).
Allerdings lässt sich beobachten, dass moderne Betriebssysteme wieder dazu übergehen, eigene Treibersoftware für die Hardware zu benutzen, da im Protected Mode keine BIOS-Aufrufe mehr möglich sind.

 BIOS beim IBM-kompatiblen PC 

 Funktionen 
Durch modernere Hardware hat das BIOS im Laufe der Zeit neue Funktionen hinzugewonnen. Nicht alle der im Folgenden genannten Punkte wurden schon vom Ur-BIOS auf dem ersten IBM PC ausgeführt. Die Weiterentwicklung der Hardware hat im Laufe der Zeit (Stand 2005 ist das BIOS-Konzept bereits über 20 Jahre alt) zu einer Reihe von iterativen, inkompatiblen Ergänzungen geführt, die zunehmend den Charakter von „Flickschusterei“ tragen und nicht mehr zeitgemäß für moderne 64-Bit-Systeme sind. Daher wurde in Form von Extensible Firmware Interface (EFI) bereits ein BIOS-Nachfolger entwickelt.


Ein ROM, auf dem ein BIOS gespeichert istIm Wesentlichen führt das BIOS die folgenden Funktionen aus, bevor das Betriebssystem gestartet wird:

Power On Self-Test (POST)
Initialisierung der Hardware
Aufforderung zur Eingabe eines BIOS-Passworts (falls konfiguriert)
Aufforderung zur Eingabe eines Festplatten-Passworts (falls konfiguriert)
Darstellung eines Startbildschirms
Möglichkeit ein BIOS-Konfigurationsmenü („BIOS-Setup“) aufzurufen
Aufrufen von BIOS-Erweiterungen einzelner Subsysteme, die entweder auf Steckkarten untergebracht sind oder direkt auf dem Mainboard integriert sind, z. B.:
Grafikchip
Netzwerkchip
SCSI-Controller
RAID-Controller
Feststellen, von welchem Datenträger gebootet werden kann und soll
Laden des Software-Bootloaders von diesem Datenträger.
Danach übernimmt der geladene Bootloader die Kontrolle über den Rechner. Meist lädt und startet er das auf dem entsprechenden Datenträger gespeicherte Betriebssystem entweder sofort oder bietet ein Menü zur Auswahl eines Betriebssystems an (Bootmanager). Bei klassischen im Real Mode laufenden Betriebssystemen (z. B. DOS) wird das BIOS auch im weiteren Betrieb genutzt. Es übernimmt für das Betriebssystem die Kommunikation mit diverser Hardware, z. B.:

Tastatur
serielle und parallele Schnittstellen
Systemlautsprecher
Grafikkarte
Diskettenlaufwerke
Festplatten
Andere, moderne Arten von Hardware werden vom BIOS nicht bedient. Zur Ansteuerung z. B. einer Maus ist unter DOS ein spezieller Hardwaretreiber nötig.

Neuere, treiberbasierte Betriebssysteme wie z. B. Linux oder Microsoft Windows nutzen diese BIOS-Dienste nicht. Sie laden für jede Art von Hardware einen speziellen Treiber. Sie müssen jedoch am Anfang ihres Startvorgangs noch kurz auf die BIOS-Funktionen zur Ansteuerung der Festplatten zurückgreifen, um ihren Festplattentreiber zu laden.

Siehe auch Return On AC Power Loss.


 BIOS-Einstellungen 
Um in das Setup-Programm des BIOS zu gelangen, muss beim Einschalten des Rechners eine bestimmte Taste oder Tastenkombination betätigt werden (meist Entf, Einfg, F1, F2, F8, F10 oder F12, bei Baycom-Notebooks Strg / Ctrl+Alt+S, bei Adaptec-SCSI-Karten Strg / Ctrl+Alt+A). Bei einigen wenigen Mainboards muss ein bestimmter Jumper gesetzt werden.

Die Einstellungen werden in einem CMOS-Speicher gespeichert, der über die Mainboard-Batterie auch ohne Netzanschluss mit Strom versorgt wird. Oft ist dieser Speicher mit der Echtzeituhr des Systems kombiniert, da auch diese immer mit Strom versorgt werden muss.

Bei Schwierigkeiten bietet das BIOS meist die Möglichkeit, die Standardeinstellungen des Rechner- oder des BIOS-Herstellers zu setzen. Wenn es nicht mehr möglich ist, ins Setup-Programm zu kommen (etwa weil der Rechner gar nicht mehr bootet), lassen sich die Einstellungen meist über einen Jumper am Mainboard zurückstellen (bei allen neueren Mainboards muss dafür das Netzteil ganz abgeschaltet werden). Wenn das nicht möglich ist, kann der CMOS-Speicher durch das Entfernen der Batterie gelöscht werden. Letzteres benötigt aber einige Zeit, bis auch die Kondensatoren entladen sind.


 Sicherheit 
Das BIOS ist die zweite Sicherheitsstufe, die unberechtigten Zugriff auf einen Computer verhindern kann. Zuvor gibt es die physische Sicherung mit Schlössern o. ä, welche deutlich wirksamer ist. Im BIOS-Setup kann eine Passwortabfrage für das Starten des Rechners eingerichtet werden. Dies stellt nur auf den ersten Blick eine Sicherung des Systems dar, da diese Einstellungen bei physischem Zugang zum Computer mehr oder weniger leicht durch Manipulationen auf der Hauptplatine ausgehebelt werden können. Zudem wirkt diese Sicherung nur auf die Hauptplatine, auf der sich das BIOS enthaltende ROM befindet. Wird diese ausgetauscht, oder die Festplatte(n) des Systems in einen anderen Rechner eingebaut, kann problemlos auf alle Daten zugegriffen werden. Zudem haben die Hersteller meist ein festes (Recovery-, Master- oder Supervisor-)Passwort eingerichtet, um den Zugang wiederherstellen zu können, wenn der Benutzer sein eigenes Passwort vergessen hat.


 Aktualisieren des BIOS 
Auf modernen Hauptplatinen ist das BIOS in einem wiederbeschreibbaren Speicher (genauer: EEPROM meist Flash-Speicher) abgelegt. Daher kann es ohne Herausbauen dieses Chips durch neuere Versionen ersetzt werden („Flashen“). Da ein Rechner ohne vollständiges BIOS jedoch nicht funktionsfähig ist, stellt dieser Vorgang immer ein gewisses Risiko dar. Wird er unterbrochen, z. B. durch einen Stromausfall, muss der Chip, auf dem das BIOS gespeichert ist, normalerweise ausgetauscht werden.

Mit der Zeit entwickelten AMI, Award, Phoenix und andere Hersteller „BootBlock“/Recovery-BIOS-Bereiche, die bei einem Flash-Vorgang dann normalerweise nicht mehr überschrieben werden. Schlug der Flash-Vorgang fehl, startet das „BootBlock“/Recovery-BIOS und ermöglicht es, von Diskette zu booten. Bei einigen BIOS-Varianten kann sogar eine spezielle "Recovery-CD/-Diskette" erstellt werden, die auch bei einem defektem BIOS durch Setzen eines Jumpers automatisch das BIOS wiederherstellt. Dazu sind keinerlei Benutzereingaben notwendig und keine grafische Ausgabe nötig, welche bei defektem BIOS ohnehin meist nicht mehr funktioniert.

Einige Hauptplatinen bieten ein so genanntes DualBIOS™ an. Im Fehlerfall kann das zweite (noch intakte) BIOS den Startvorgang übernehmen und die Änderung rückgängig gemacht werden. Das kann beim Flashen des BIOS ein Rettungsanker sein, sollte die neu aufgespielte BIOS-Version nicht funktionieren. Des Weiteren können mit einem DualBIOS verschiedene BIOS-Einstellungen geladen werden.


 BIOS-Hersteller 
Eine Auswahl von Herstellern von BIOSen für IBM-kompatible PCs:

IBM stellt seit geraumer Zeit kein eigenes BIOS mehr her.
AMI
MR BIOS
ATI
Phoenix/Award – Award und Phoenix haben fusioniert, so dass es ab der Version 6.0 nur noch dieses BIOS gibt.

 Vergleichbare Konzepte 

 BIOS bei CP/M-Computern 
In der Ausdrucksweise von CP/M bedeutet BIOS nicht ein Programm in einem Festspeicher, sondern die unterste Ebene des Betriebssystems selbst, die von einer Diskette oder Festplatte geladen wird. Bei MS-DOS (für x86) heißt die entsprechende Komponente daher aufgrund der Verwechslungsgefahr nicht BIOS, sondern „IO.SYS“.


 Kickstart beim Commodore Amiga 
Die Amiga-Rechner von Commodore benötigen als Firmware das so genannte Kickstart. Es erfüllt alle Funktionen eines BIOS und enthält darüberhinaus auch den Betriebssystemkernel (exec) des AmigaOS. Die ersten Modelle des Amiga 1000 müssen nach dem Einschalten (Kaltstart) noch per Bootstrap-Diskette mit den Kickstart-Versionen 1.0 bis 1.3 gestartet werden. Das Kickstart wird hierbei im WOM, einem besonderen Bereich des RAM, abgelegt und gegen Überschreiben gesichert. Nach einem Reset (Warmstart) bleibt dieses im Speicher erhalten und braucht nicht neu geladen zu werden. Dieser Umstand hat den Vorteil, dass sehr schnell und unkompliziert auf eine neuere Version aktualisiert werden kann. Alle späteren Modelle, wie der Amiga 500 oder der Amiga 2000, verfügen über ein ROM, welches in seiner Version nur durch den Austausch des Bausteins geändert werden kann. Durch die Verwendung eines „Kickstart Switchers“ kann jedoch vor dem Einschalten zwischen zwei ROMs mit unterschiedlichen Kickstartversionen per Schalter gewechselt werden. Dies ist besonders seit Einführung von Kickstart 2.0 relevant geworden, welches Kompatibilitätsprobleme mit älteren Programmen hat. Dies trifft im besonderen Maße auf Spiele zu. Besitzer des „Amiga 500+“, welcher hauptsächlich für Computerspiele im Heimbereich ausgelegt ist und standardmäßig Kickstart 2.0 verwendet, sind auf einen solchen Kickstartswitcher angewiesen, sofern sie zu Kickstart 2.0 inkompatible Spiele auf ihrem Amiga ausführen wollen.


 XBIOS/TOS beim Atari ST 
Beim Atari ST war das gesamte Betriebssystem TOS, einschließlich der grafischen Benutzeroberfläche GEM, im ROM untergebracht und war quasi direkt nach dem Einschalten betriebsbereit. Als BIOS wurde die unterste Schicht des Betriebssystems bezeichnet, für den Programmierer erkennbar als eine Sammlung speicherresidenter Funktionen. Darüberliegende Schichten (ebenfalls erkennbar als solche Sammlungen) waren:

das GEMDOS (GEM Disk Operating System)
das VDI (Virtual Device Interface)
das AES (Application Environment System)
Das XBIOS (Extended Basic Input/Output System) war keine eigene Schicht, sondern lag parallel zum BIOS auf derselben Schicht, wobei einige Funktionen des XBIOS Hardware-näher angesiedelt waren.


 Open Firmware 
Für Nicht-x86-Rechner (z. B. PowerPC oder SPARC) wurde von mehreren Herstellern (u. a. Sun) der plattformunabhängige Open-Firmware-Ansatz (IEEE-1275) auf Forth-Basis definiert. Dieser kommt nicht nur bei Suns Sparc-Rechnern, sondern auch bei den PPC-Macs von Apple und CHRP-Rechnern von Drittherstellern wie Genesi (mit dem Pegasos) zum Einsatz.


 Extensible Firmware Interface 
Intel und Microsoft wollen das über 20 Jahre alte BIOS durch das Extensible Firmware Interface (EFI) ersetzen, weil dieses bessere Voraussetzungen für zukünftige Computergenerationen bieten soll. Es findet teilweise schon im Server-Bereich auf Intels IA-64-Architektur Verwendung, und mit der Einführung von Windows Vista sollte es auch bei konventionellen x86-PCs die Ablösung des inzwischen veralteten BIOS-Konzeptes einleiten. Im März 2006 kündigte Microsoft jedoch an, dass Vista EFI zunächst nicht unterstützen soll und es später nur für die 64-bit-Varianten nachgerüstet wird.

Im Januar 2006 brachte Apple den ersten Intel-basierten Mac in Form des iMac auf den Markt. Dies waren die ersten x86-Computer mit EFI.


 Freie BIOS-Alternativen 
Die verschiedenen BIOS-Implementierungen der verschiedenen PCs sind im Regelfall proprietäre Software, was große Unsicherheiten birgt: da der Quellcode nicht bekanntgegeben wird, werden Sicherheitslücken teilweise nicht rechtzeitig erkannt. Auch kann ein proprietäres BIOS den Benutzer an Tätigkeiten hindern, die von der Hardware des Gerätes her kein Problem darstellen würden: so erlaubt z. B. das BIOS der Xbox es nicht, andere Software als die von Microsoft zugelassene zu starten.

Es ist möglich, den Flash-ROM-Baustein (früher: EPROM), auf dem das BIOS abgelegt ist, zu ersetzen oder zu überschreiben, um so z. B. den Linux-Kernel direkt aus dem Flash heraus zu starten, ohne BIOS. Die Vorgehensweise ist jedoch von der jeweiligen Hauptplatine abhängig und wird überwiegend in Industriecomputern eingesetzt.

Projekte mit dieser Zielsetzung sind etwa coreboot (ehemals LinuxBIOS) und OpenBIOS.

Quelle: wikipedia

Siehe auch:
[ CPU ] [ Hardware ] [ RAM ] [ Computer ] [ Software ] [ Linux ] [ Microsoft ] [ Netzwerk ]






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  Samstag, 04. Februar 2012  
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