Festplattenverschlüsselung
Festplattenverschlüsselung bezeichnet das Verschlüsseln einer gesamten Festplatte oder einzelner Partitionen um den unbefugten Zugriff auf sensible Daten zu verhindern.
Inhaltsverzeichnis
* 1 Methoden
* 2 Angriffsmöglichkeiten
* 3 Software
* 4 Nachteile
Methoden
Eine Festplattenverschlüsselung kann für die gesamte Festplatte oder einzelne Partitionen durchgeführt werden. Jedoch müssen die zum Booten benötigten Daten unverschlüsselt auf der Festplatte vorhanden sein oder durch einen speziellen Bootmanager entschlüsselt werden. Zur Nutzung der Daten wird eine Autorisierung des Nutzers durchgeführt (Pre-Boot Authentication), die zumeist mittels eines Passworts stattfindet. Alternativ oder ergänzend ist auch die Hardware-unterstützte Authentisierung mittels Security-Token oder Chipkarten möglich.
Die Verschlüsselung kann auch durch die Hardware durchgeführt oder unterstützt werden (etwa durch TPM oder Festplatten mit Spezial-Firmware).
Angriffsmöglichkeiten
Angreifer, die eine verschlüsselte Festplatte ausspähen wollen, versuchen meist, auf verschiedenste Art und Weise das Passwort zu erlangen.
Dazu können folgende Methoden eingesetzt werden:
* Wiederherstellen des Passworts aus der Auslagerungsdatei der Festplatte (nur bei teilweise verschlüsselten Platten möglich)
* Ausspähen des Passworts mithilfe eines Trojaners
* Auslesen des Hauptspeichers durch DMA (z. B. mittels Firewire)
* Auslesen des Hauptspeichers durch die Ausnutzung physikalischer Eigenschaften des DRAM[1][2]
* Erraten eines schwachen Passworts durch einen Wörterbuch- oder Brute-Force-Angriff
* Umgehung des Verschlüsselungsmechanismus durch die Ausnutzung von Schwachstellen
* Erlangen des Passworts durch Social Engineering oder durch Gummischlauch-Kryptoanalyse
Eine weitere Schwachstelle von Festplattenverschlüsselung ist, dass sie keinen Schutz bietet, wenn der Rechner gebootet und mit einem Netzwerk verbunden ist. Dann kann im Prinzip lokal am Rechner oder über das Netzwerk auf den Festplatteninhalt zugegriffen werden. Eine Festplattenverschlüsselung schützt somit nur bei Verlust oder Diebstahl, nicht jedoch im laufenden Betrieb. Der Einsatz einer Festplattenverschlüsselung ist daher in solchen Fällen (z.B. zum Schutz eines Fileservers) nur bedingt sinnvoll. Auch ist eine Festplattenverschlüsselung nicht geeignet, arbeitsgruppenweiten Zugriff auf verschlüsselte Daten zu gewährleisten. Hier empfehlen sich Alternativen wie Datei- und Ordnerverschlüsselungen.
Software
Programme zur Festplattenverschlüsselung gibt es für fast jedes Betriebssystem. Bei einigen sind diese bereits integriert. So besitzt Windows seit Windows 2000 das verschlüsselte Dateisystem EFS für NTFS-Laufwerke, welches für die Verschlüsselung von Verzeichnissen und Dateien eingesetzt werden kann. Es ist in Microsoft Windows 2000, 2003, XP (Professional), Windows Vista (Business, Ultimate) integriert. Seit Vista übernimmt diese Funktion auch wahlweise das Programm BitLocker von Microsoft, welches ausschließlich in bestimmten Versionen von Windows Vista integriert ist.
Unter Linux sind Loop-AES und dm-crypt weit verbreitet, Mac OS X bringt FileVault mit, welches allerdings ausschließlich das Benutzerverzeichnis verschlüsselt.
Für alle anderen Betriebssysteme gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Programmen zur Komplettverschlüsselung.
Auch gibt es mehrere, teilweise auch interoperable Lösungen für ein transparentes Verschlüsseln von virtuellen Laufwerken auf Basis von Containerdateien für eine Verschlüsselung von Nichtsystempartitionen oder für eine dateiweise transparente Verschlüsselung innerhalb eines Betriebssystems.
Neben diesen Verschlüsselungsprogrammen existieren auch einige, die eine betriebssystemübergreifende Nutzung ermöglichen und Freie Software sind. So ermöglichen es CrossCrypt und FreeOTFE, verschlüsselte Linuxpartitionen unter Windows zu nutzen. TrueCrypt nutzt eine eigene Methode, die unter Linux, Windows und Mac OS X unterstützt wird.
Verschiedene Zusatzsoftware bietet über die Einbindung von Gerätetreibern die Möglichkeit Daten zu verschlüsseln. Für den Anwender ist der Einsatz der Verschlüsselung transparent, wenn ein Single Sign-On verwendet wird.
Weitere proprietäre Programme sind
* PGP Whole Disk Encryption von PGP Corporation bietet neben der Verschlüsselung beliebiger Partitionen unter Windows auch eine Verschlüsselung von Festplatten unter Mac OS X an, dort seit der Version 9.9 auch einschließlich der Systemfestplatte.[3] Zwischen beiden Betriebssystemen können verschlüsselte Wechseldatenträger ausgetauscht werden.
* SafeGuard Easy und SafeGuard von Utimaco Safeware AG ist eine proprietäre Software zur partitionsweisen Verschlüsselung von Festplatten, Disketten und Wechseldatenträgern.
* SafeBoot Device Encryption von SafeBoot bietet ebenfalls eine proprietäre Festplattenverschlüsselung unter Windows, richtet sich aber gegenüber SafeGuard Easy noch deutlich stärker an zentral administrierte Netzwerke.
* BestCrypt Volume Encryption von Jetico bietet eine zu SafeGuard Easy vergleichbare Funktionsweise allerdings bei geringerem Funktionsumfang.
* Pointsec for PC bzw. Pointsec for Linux von Pointsec Mobile Technologies ermöglicht eine Komplettverschlüsselung der Festplatte für Windows und Linux.
* DriveCrypt Plus Pack von SecurStar kann ebenfalls unter Windows Festplatten partitionsweise verschlüsseln.
* FREE CompuSec von CE-Infosys verschlüsselt stets die gesamte Festplatte, ist kostenlos verfügbar und unterstützt neben Windows auch einge wenige Versionen von Suse (Linux) und Redhat (Linux) als Betriebssystem.
Nachteile
Eine verschlüsselte Festplatte oder Partition erfordert bei jedem Lesevorgang eine Entschlüsselung. Bei kleinen, oft benutzten Dateien ist das kein großes Problem, da diese meist im Arbeitsspeicher vorgehalten werden. Arbeitet der Benutzer jedoch mit sehr großen Dateien, so kann der Einsatz einer Festplattenverschlüsselung zu Performanceeinbußen von bis zu 50% führen.
Quelle : wikipedia
Siehe auch:
[ Hardware ] [ RAM ] [ Arbeitsspeicher ] [ Software ] [ Linux ] [ Microsoft ] [ Netzwerk ]
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